Kunst
Aktuell: Ab August 2026 steht in der Waldschänke Dornheim Würzburgs erster KUNSTKIOSK – ein ausrangierter Zigarettenautomat, den die Ateliergemeinschaft Kaleidoshof aus Leipzig geholt und wieder zum Laufen gebracht hat. Fünf Euro einwerfen, Schachtel ziehen: darin steckt ein Unikat, höchstens sechs mal acht Zentimeter groß, mit Beipackzettel. Bewusst im Biergarten statt in der Galerie – Kunst soll im Alltag zu finden sein, nicht hinter einer Türschwelle.
Ich bin dort mit Poesie und Acrylmalerei zu Gast: Papyrusrollen, die ich selbst herstelle, illustriert und beschrieben mit poetischen Miniaturen. Jede ist anders. Wer eine aufrollt, weiß vorher nicht, was drin steht. Genau darum geht es.
Meine Kunst erzählt von Verletzlichkeit, von Widerstand und von queerer Freude – gerade dann, wenn die Welt eng wird.
Ich arbeite mit dem, was da ist: Fotos, Fundstücke, selbst gebaute Objekte, Stimmen, Filmfragmente, geschriebene Worte. Manches entsteht improvisiert, manches ist lange geplant. Es geht um Identität und Transition, um den Lärm von außen und das Pochen von innen. Um Schwere. Und um das Leuchten, das sie nicht ganz zudecken kann.
Ein paar Fragen lassen mich nicht los:
Wie behauptet man Freude, wenn die Welt dagegen anschreit?
Wie kann ein Körper sichtbar sein, wenn andere ihn unsichtbar machen wollen?
Woher kommt Kraft, wenn Scham und Hass sich festgesetzt haben?
Fertige Antworten habe ich nicht. Meine Ausstellungen sind eher ein Gespräch: Du darfst mitdenken, widersprechen und eigene Worte dalassen. Freude ist hier keine Flucht. Sie ist Widerstand.